Song of a Shaman

I

Mich bewohnen die endlosen Weiten,
Die gelben Winde, der lichtblaue Himmel
Der heilige Berg und die Sterne
Singen und raunen in mir
Ich höre die Ungeborenen murmeln,
Das Wispern der herbstfahlen Gräser
Höre den fallenden Stern
In den Schoß einer Frau

Zeit dehnt sich auf und öffnet die Linie
Gestern und morgen, alles schon immer
Uralte Muster deuten sich mir
Ich fasse die Schnur
Und schürze den Knoten
Himmel und Erde
Das Wissen der Ahnen
binde ich neu

II

Mich an den Mächten
und Kräften gemessen
habe ich nie
Sie haben sich mir
in die Hände geschmiegt
Dienstbar und freundlich
waren sie und
sind es noch immer
In mir wohnt noch heute
das Erstaunen des Kindes
das lebt von den Wundern-
Schöpfung ist reine Magie

III

Ich höre
dein Atmen
im Himmelsraum
sanft streicht
meine Hand
den Schläfer
und wiegt ihn
tiefer in den Traum

IV

Dein Herz klopft neben meinem
Du Hüter der Winde
Zweischlägig öffnen sich
Die uralten Kräfte
Wir reiten das
Himmlische Pferd
Durch die Lüfte
Und du singst den
großen Gesang

V

In der Erde schlafen
im Bauch der Mutter
bleiben im Herz eines Menschen.
Erde will wachsen
Bauch muss gebären
das Herz des Menschen
ist flüchtig -
Bleiben nirgends

Maria Kaluza

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